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110 Jahre S.H.A.C.

Heute vor 110 Jahren, am Sonnabend, 24. Februar 1912 wurde der Schleswig-Holsteinische Automobil-Club e.V. (S.H.A.C.) im “Hotel Germania” in Kiel unter dem Vorsitz des Freiherrn Robert von Weber-Rosenkrantz gegründet. Mitglieder des ersten Präsidiums waren: Konteradmiral Wilhelm von Lans, Direktor Otto Claaßen, Marine-Ing. a.D., Bankier Waldemar Ahlmann und Dr. med. Rudolf Jess. Das Protektorat übernahm Seine Königliche Hoheit Prinz Heinrich von Preußen, der seinerzeit in Kiel und Hemmelmark residierte und ein glühender Automobilist war. Als Gründungszweck wurde „die Erhöhung der Sicherheit des Fahrens und die Mitarbeit an der Vermeidung von Unglücksfällen durch Besserung der Ordnung des Fuhrwerkverkehrs auf den Landstraßen, durch Anbringung von Warnschildern und durch Überwachung der Fahrer und Chauffeure sowie ferner die Wahrnehmung der Interessen der Schleswig-Holsteinischen Automobil-Besitzer“ angegeben. Ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb war ebenso wie die Verfolgung politischer Zwecke ausgeschlossen. Damals gab es in Schleswig-Holstein 896 Automobile.

110 Jahre später werden 1,72 Millionen Automobile (Stand 31.12.2021) in Schleswig-Holstein gezählt. Damit hat sich der Automobilbestand in 110 Jahren um rund das 1920 Fache erhöht.

Der S.H.A.C. kann als Verein seinen Mitgliederbestand seit einem Jahrzehnt halten und sogar ausbauen. Im Februar 2022 zählt der S.H.A.C. 238 Mitglieder. Die seit 2012 jährlich im August erfolgreich zu Ehren – SKH Prinz Heinrich von Preussen , dem Protektor des S.H.A.C. veranstaltete Schleswig-Holstein-Fahrt für Oldtimer, Youngtimer und Klassiker ist nicht nur eine sehr schöne Ausfahrt sondern auch ergiebige Quelle neuer Mitglieder. Das aktuelle Präsidium unter Leitung von Präsidentin Sabine Romann besteht aus Helmut Außenthal (Vizepräsident), Dr. Thorsten Hahn (Kassenwart), Dr. Urte Grigoleit (Schriftführerin), Dr. Claus-Hinrich Hölk (Vors. d. Sportkommission), Dr. Frank Rohwedder (Vors. d. Repräsentantenausschuss) sowie den Beisitzern Ralf Paulsen und Manfred Kröger.

JahrHöhepunkte 2012-2022
2012Kranzniederlegung im Mausoleum der Fam. Prinz Heinrich von Preussen
2012100 Jahre S.H.A.C. – Ball im Hotel KYC, 1. Schleswig-Holstein-Fahrt (SHF)
2013S.H.A.C. – Party, Filmabend RUSH, 2. SHF,
2014S.H.A.C. – Ball im KYC, Berlin-Schaalsee-Fahrt, 3. SHF
2015S.H.A.C. – Party, 1. Fördekisten-Rennen mit S.H.A.C.-Seifenkiste, 4. SHF
2016S.H.A.C. – Ball im Hotel KYC, 2. Fördekisten-Rennen mit S.H.A.C.-Seifenkiste, 5. SHF
2017S.H.A.C. – Party, 3. Fördekisten-Rennen mit S.H.A.C.-Seifenkiste, 6. SHF
2018S.H.A.C. – Ball im Hotel KYC, 4. Fördekisten-Rennen mit S.H.A.C.-Seifenkiste, 7. SHF
201990 Jahre Kiel Schierke-Ausfahrt, 8. SHF
2020Sportfahrt zur Rapsblüte, Sportfahrt im Herbst, kein Ball, keine SHF
2021Mosel-Fahrt, MV im Mercato Italiano, 10. SHF,
2022Alpenstrassen-Fahrt, 11.SHF
202350 Jahre Targa Florio-Fahrt

Aktualisiert: Geplante Termine im Januar u. Februar abgesagt!

Alle im Januar u. Februar 2022 geplanten Termine sind abgesagt! Betroffen sind der Kinoabend, das KK-Schiessen und das Bowlen.

Die SHAC.-Mitgliederversammlung 2022 ist nun für den 30. März im Hotel Birke, Kiel geplant. Mit der Verschiebung auf das Ende des Monats, wird die Durchführung vermutlich noch wahrscheinlicher und sicherer möglich werden.

Die formale Einladung mit Tagesordnung geht Ihnen im Februar per Post zu.

Umtausch alter Führerscheine gegen EU-Führerscheine

Stufenweiser Umtauscher alter Führerscheine gegen EU-Führerscheine
Quelle: BMVI

Der Umtausch staffelt sich wie folgt:

I. Führerscheine, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt worden sind:

Geburtsjahr des FahrerlaubnisinhabersTag, bis zu dem der Führerschein umgetauscht sein muss
Vor 195319.01.2033
1953-195819.01.2022
1959-196419.01.2023
1965-197019.01.2024
1971 oder später19.01.2025


II. Führerscheine, die ab 1. Januar 1999 ausgestellt worden sind*:

AusstellungsjahrTag, bis zu dem der Führerschein umgetauscht sein muss
1999-200119.01.2026
2002-200419.01.2027
2005-200719.01.2028
200819.01.2029
200919.01.2030
201019.01.2031
201119.01.2032
2012-18.01.201319.01.2033

*Fahrerlaubnisinhaber, deren Geburtsjahr vor 1953 liegt, müssen den Führerschein bis zum 19. Januar 2033 umtauschen, unabhängig vom Ausstellungsjahr des Führerscheins.


Nach Ablauf der o.g. Frist wird ihr alter Führerschein ungültig.

Es handelt sich dabei nur um einen verwaltungstechnischen Umtausch. Ihre Fahrerlaubnis bleibt unverändert bestehen. Zusätzliche regelmäßige ärztliche Untersuchungen oder sonstige Prüfungen sind damit nicht verbunden. Sie bestehen auch weiterhin lediglich für bestimmte Berufsgruppen mit besonderer Verantwortung. Der neu ausgestellte Führerschein wird – unabhängig von der zugrundeliegenden Fahrerlaubnis – auf 15 Jahre befristet. Nach Ablauf dieser Gültigkeit muss ein neuer Führerschein ausgestellt werden. Diese Regelung dient insbesondere der Aktualisierung von Namen sowie des Lichtbildes.

Kostenloser Lichttest 2021

Liebe Mitglieder, Freunde und Gäste des Schleswig-Holsteinischen Automobil-Clubs,

werden Sie Teil des Lichtest 2021. Lassen Sie Ihr(e) Automobil(e) im Oktober in den Betrieben der KFZ-Innungen in Schleswig-Holstein und Hamburg kostenlos überprüfen. Mit Ihrer Teilnahme verbessern Sie die immer noch dramatisch hohe Fehlerquote bei der Fahrzeugbeleuchtung von rund einem Drittel der überprüften Fahrzeuge.

 

100 Jahre AVUS

24. September 1921 – 24. September 2021
von Michael Bremer

Es begann in der Kaiserzeit: Nach den ersten Automobilrennen in Deutschland über das damals noch für Pferdefuhrwerke gebaute öffentliche Strassennetz, kam der Wunsch nach speziellen Strassen / Strecken nur für Automobile auf. Auch die Reifenpannen und die schweren Unfälle trugen dazu bei, über alternative Strecken- und Strassenbaukonzepte nachzudenken. 1909 formierte sich die „Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße GmbH“, aus deren Anfangsbuchstaben sich der Name „AVUS“ ableitet. Durch den Grunewald sollte eine schnurgerade Straße mit Endkurven gezogen werden, um der Automobilindustrie ein Testterrain zu schaffen. Der erste Weltkrieg verzögerte den Bau. 1921 wurde die Strecke mit Hilfe des Industriellen Hugo Stinnes fertiggestellt und bei einem Volksfest übergeben.

Die einmalige Nutzungsgebühr betrug 10 Mark, die vierteljahres Karte kostete 1.000 Mark (das würde heutigen 4 Euro bzw. 400 Euro entsprechen).

Für die feierlaunigen Berliner blieb die AVUS ein Magnet, denn von Beginn an wurden hier Rennen ausgetragen. Fahrer wie Fritz von Opel, Manfred von Brauchitsch und Rudolf Caracciola feierten grosse Triumphe und Rekorde. Die Hersteller Alfa Romeo, Auto-Union, Bugatti, Opel und Mercedes-Benz demonstrierten ihre Leistungsfähigkeit, und die AVUS wurde – auch durch die zahlreichen schweren Unfälle- zum Mythos. Das schätzten auch die Nationalsozialisten. Weniger goutierten sie die Siege ausländischer Fahrer. Doch der Rekord von vierhundert Stundenkilometern, den Hermann Lang 1937 mit dem berühmten Mercedes Silberpfeil aufstellte, wetzte die nationale Scharte aus.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verkam die AVUS kurzzeitig. Pferdefuhrwerke rumpelten darüber, amerikanische Soldaten nutzten die Südkurve als Schießplatz. Wo es früher nach Benzin gerochen hatte, roch es nach Pferdeäpfeln und Munition. Das Wirtschaftswunder brachte die Autorennen zurück. Bis zu 350.000 Zuschauer strömten aus dem grauen Alltag hierher. Die AVUS stand auch für die deutsch-deutsche Einheit: Bis zum Mauerbau kamen zahlreiche Autobegeisterte aus der DDR, die mit ihren Ostmark dennoch Zuschauerkarten lösen konnten.

Auch im Alltag war die AVUS Rennstrecke – für die Westberliner, die in ihrem Inseldasein ihren Wagen richtig ausfahren wollten. Und sie war Symbol für die Freiheit: Hinaus ging es über den Grenzübergang Dreilinden und die Transitstrecke Richtung Westdeutschland, und, zurückgekehrt nach Westberlin, wurde man nach der „Zuckelfahrt“ über DDR-Pisten von tempotauglichem Asphalt begrüßt.

Kein Wunder also, dass sich der Protest gegen eine Geschwindigkeits-begrenzung recht breit formierte. Man sprach großmundig von „sozialistischer Gleichmacherei“ und einem „Folterwerkzeug aus der Horrorkiste“. Aber die Zeichen der Zeit standen auf Ökologie. Das Tempolimit auf der AVUS kam und blieb.

Fünf Monate später fiel die Berliner Mauer und man konnte Freiheit anders „erfahren“, jedenfalls von ostdeutscher Seite. Die Straßen Westberlins waren plötzlich wieder verstopft – von stinkenden Trabbis. Sie knatterten weniger auf der AVUS als über den Ku’damm. An Raserei war weniger denn je zu denken.

Der letzte wirkliche Höhepunkt waren sicherlich die DTM-Rennen zwischen Audi, BMW und Mercedes Anfang der 90er. Die politische Meinung in Berlin änderte sich zu der Zeit weiter dramatisch gegen Rennveranstaltungen in der Stadt, das führte am Ende zur Einstellung des Rennbetriebes 1998.

StVO-Novelle fraglich!

2.07.2020

AvD moniert unerträglichen Schwebezustand durch StVO-Novelle

  • Rechtsgrundlage der StVO-Novelle fraglich
  • Verschärfungen der Strafen sind zu korrigieren
  • AvD fordert ein schnelles Handeln aller relevanten Beteiligten

Schon am 15.05.2020 hat der Automobilclub von Deutschland (AvD) das Vorhaben von Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) begrüßt, die Verschärfungen der Strafen für Geschwindigkeitsvergehen zu überdenken und zurückzunehmen.

Jetzt, am 02.07.2020, muss festgestellt werden, dass sich die Situation nicht verbessert, sondern sogar wesentlich verschärft hat. Dies kann auch an steigenden Fallzahlen bei den AvD Vertrauensrechtsanwälten beobachtet werden, bei denen sich die AvD-Mitglieder verstärkt anwaltliche Hilfe auf Grund drohender Fahrverbote suchen.

Im Zweifelsfall haben diese Mitglieder in den Medien verfolgt, dass sich massiver Widerstand gegen die StVO-Novelle formiert hat und der Ist-Zustand wahrscheinlich keinen Bestand haben wird. Selbst der hartnäckigste Verfechter für die jetzt vorliegende Form der StVO wird zugeben müssen, dass er selbst schon außerhalb geschlossener Ortschaften versehentlich in einer Situation war, die jetzt mit einem Monat Fahrverbot geahndet würde. Ein Raser ist er aber sicher nicht.

Offensichtlich ist die Rücknahme der Verschärfung, die sich heimlich, still und leise in die Novelle geschmuggelt hat, nicht genauso geräuschlos wieder rückgängig zu machen.

Ungeachtet von juristischen Spitzfindigkeiten, welche die StVO-Novelle in der jetzigen Form zu Fall bringen könnten, sieht der AvD vielmehr ein faktisches Problem. Schon am Tag des Inkrafttretens der Novelle wurde quasi angekündigt, dass sie in der vorliegenden Form keine Geltung haben wird, nicht zuletzt, weil eine Verhältnismäßigkeit der Bußen nicht mehr gegeben ist. Trotzdem werden jetzt Fahrverbote auf Basis der Novelle verhängt.

Dies führt dazu, dass Einsprüche eingelegt werden müssen, um bereits laufende Verfahren so lange hinauszuzögern, bis eine Korrektur der Verschärfung erfolgt und so z.B. ein drohendes Fahrverbot abgewehrt werden kann. Es wird also eine Flut neuer Verfahren geben, mit denen sich die Verkehrsgerichte unnötigerweise beschäftigen müssen. Wenn dies das Ziel der Novelle war, kann man nur sagen: gut gemacht.

Wenn aber Rechts- und Verkehrssicherheit das Ziel gewesen sein soll, dann wurde dies kolossal verfehlt. Deshalb fordert der AvD ein schnelles Handeln aller relevanten Beteiligten. Politische Machtkämpfe sollten nicht auf dem Rücken verunsicherter Autofahrer ausgetragen -und begangene Fehler zeitnah korrigiert werden. Nur eine Ankündigung ist schlicht nicht ausreichend.